NextGO Epi ist das einzige europäische Unternehmen, dasGalliumoxid-Epitaxiewafer in Industriequalität mit bis zu vier Zoll Durchmesserfertigt. Das Material bildet die elektrisch aktive Schicht der nächstenGeneration von Leistungshalbleitern: Bauelemente auf Galliumoxid-Basis haltenhöheren Spannungen stand und arbeiten effizienter als das heute gängigeSiliziumkarbid oder Galliumnitrid. Die Technologie steckt im Kern jederStromübertragung, von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge über Wechselrichter fürerneuerbare Energien bis hin zu KI-Rechenzentren und Systemen zurRaketenortung.
Angeführt wurde die Pre-Seed-Runde von Vireo Ventures, unterBeteiligung von Ultratech Capital Partners, IBB Ventures sowie Business AngelBoris Habets. Nur eine Woche nachdem die Europäische Kommission mit dem ChipsAct 2.0 ihren bislang ambitioniertesten Vorstoß für EuropasHalbleitersouveränität vorgestellt hat, markiert die Runde das ersteinstitutionelle Investment in Europas einzigen Hersteller vonGalliumoxid-Epiwafern. Das frische Kapital fließt in die Beschleunigung derProduktentwicklung, den Ausbau des Teams und die Stärkung der kommerziellenPräsenz in Europa und auf den globalen Märkten.
„Ta-Shun und sein Team bei NextGO Epi haben eine großartige Zukunftvor sich. Sie verbinden tiefes technisches Know-how mit modernstenFertigungskapazitäten, um Galliumoxid-Halbleiter zu produzieren, die dieElektronik der nächsten Generation revolutionieren werden. Wir freuen uns sehr,sie am Beginn ihres Weges zum führenden Anbieter dieser zunehmend strategischenSchlüsseltechnologie zu begleiten“, sagt Damian Perl, Gründer und GeneralPartner von Ultratech Capital Partners.
Das Gründungsteam vereint mehr als zehn Jahre Erfahrung in Galliumoxid-Forschungund Epitaxie, untermauert durch zwei internationale Patente und über 30wissenschaftliche Publikationen. Unterstützt wird das Unternehmen zudem von Dr.Jochen Linck, ehemaliger COO von Aixtron, der als Operating Partner dasWachstum und die kommerzielle Skalierung von NextGO Epi begleitet.
„Galliumoxid ist für die Leistungselektronik, was Silizium für dieComputertechnik war – und Europa sollte diese Wertschöpfungskette besitzen“,sagt Dr. Ta-Shun Chou, CEO und Mitgründer von NextGO Epi. „Wir bauen dieMaterialbasis, die die nächste Energierevolution möglich macht. Und wir bauensie in Europa.“
Stephan Schulze, Investment Director bei IBB Ventures, ergänzt:„NextGO Epi kommerzialisiert eine Technologie, die auf dem Kontinenteinzigartig ist. Entwickelt in Berlin, verwurzelt im starkenForschungsökosystem der Stadt und ihrer jahrzehntelangen Halbleiterexpertise,ist das Unternehmen bestens positioniert, um zu einem zentralen europäischenLieferanten von Galliumoxid-Epiwafern zu werden.“
Der Chip, bei dem sich Europa keineImportabhängigkeit leisten kann
Der im Juni vorgestellte Chips Act 2.0 der Europäischen Kommissionzielt ausdrücklich darauf ab, Europas Abhängigkeit von asiatischen undUS-amerikanischen Lieferanten bei jenen Halbleitermaterialien zu verringern,die Elektrofahrzeuge, KI-Server und das Stromnetz der Energiewende antreiben.NextGO Epi ist genau die Art von Unternehmen, die diese Politik hervorbringensoll: Es baut die grundlegende Lieferkette auf, die Europa braucht, um dienächste Welle der Energie- und Mobilitätswende anzuführen.
Galliumoxid bietet gegenüber dem heute verbreiteten Siliziumkarbideinen erheblichen Effizienzsprung: Das Material ist zehnmal energieeffizienter,verkraftet eine bis zu sechsmal höhere Spannungsdichte und lässt sich um bis zu75 Prozent günstiger herstellen. Das dreiköpfige, durchgängig promovierteGründerteam – Dr. Ta-Shun Chou, Dr. Andreas Popp und Dr. Andreas Fiedler – hatüber ein Jahrzehnt daran gearbeitet, defektfreies Galliumoxid inIndustriequalität zu entwickeln, mit starker Unterstützung des IKZ. „DasWissenschafts- und Technologieprogramm des IKZ hat sich der Entwicklung undBereitstellung von Kristallen höchster Qualität für Elektronik und Photonikverschrieben. Im Fall unserer Ausgründung NextGO Epi freue ich mich, sagen zukönnen: Höchste Qualität gilt hier nicht nur für das Galliumoxid-Produkt,sondern gleichermaßen für das Gründerteam“, erklärt IKZ-Direktor Prof. Dr.Thomas Schroeder.
Vom Labor in die Produktion: Kunden auf dreiKontinenten
Das Unternehmen produziert bereits, erzielt Umsätze und beliefertKunden auf drei Kontinenten. Kern des Produkts ist das Aufwachsen einerepitaktischen Galliumoxid-Schicht – der sogenannten „Epi-Schicht“ – auf einWafersubstrat. Sie bildet den elektrisch aktiven Teil einesHochleistungs-Halbleiterbauelements. NextGO Epi ist das einzige europäischeUnternehmen, das diese Schicht aus Galliumoxid in der von Industriekundengeforderten Qualität herstellt.
Die naheliegendste Anwendung ist das Laden von Elektrofahrzeugen: EineLadesäule mit Bauelementen auf Basis des NextGO-Epi-Materials könnte einFahrzeug in 10 statt heute 60 Minuten vollständig laden – und das zuverlässigauch im Winter, wenn Lithium-Batterien typischerweise am schwächsten sind.Darüber hinaus steigert dasselbe Material die Effizienz von Wechselrichtern fürerneuerbare Energien, Stromversorgungen in KI-Rechenzentren,Netztransformatoren und Verteidigungssystemen.
„Halbleiter mit ultrabreiter Bandlücke entwickeln sich zurentscheidenden Schlüsseltechnologie für die Hochvolt-Leistungselektronik dernächsten Generation – und Galliumoxid führt dieses Feld an. Kein anderesMaterial erreicht dieses Leistungsspektrum“, sagt Mischa Wetzel, Mitgründer undManaging Partner von Vireo Ventures. „Was NextGO Epi auszeichnet: Das ist keinForschungsprojekt. Das Team produziert bereits, liefert bereits an Kunden – undweltweit kann praktisch niemand, was sie können. Diese Position, aufgebaut aufJahren erstklassiger Forschung am IKZ, macht sie zu einem einzigartig starkenKandidaten für die Rolle als Schlüssellieferant dieser Industrie.“



